(Zefanja 3,9) Dann werde ich die Sprache der Völker verändern (oder: wiederherstellen) zu einer klaren (oder: reinen) Sprache, damit sie alle den Namen des HERRN anrufen und ihm einmütig dienen können.
(Anmerkung: Eine wörtliche Übertragung des hebräischen Urtextes lautet:
Zu jener Zeit werde ich die Sprache der Völker verändern (oder wiederherstellen) zu einer reinen Sprache, damit sie alle den Namen des HERRN anrufen und ihm einmütig dienen.
Vergleiche (Jesaja 6,5a): „Da sprach ich: Wehe mir, ich vergehe! Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und wohne unter einem Volk mit unreinen Lippen.“
Beachten Sie:
ein Mann im Vergleich zu Völkern
unrein im Vergleich zu rein oder klar
Lippen im Vergleich zu einer ... Sprache
Das hebräische Wort für Lippe bedeutet auch Rede, Sprache
Auslegung und Kommentar zu Zefanja 3,9
Dieser Abschnitt bringt einige wichtige Gesichtspunkte vor, besonders zur Übersetzung und zum Verständnis der „reinen Sprache“. Es folgt eine Betrachtung aus der Perspektive eines Dritten:
Einheit und Reinheit der Sprache
1. Genauigkeit des hebräischen Urtextes
Dieser Abschnitt weist darauf hin, dass das mit „Sprache“ wiedergegebene Wort in Zefanja 3,9 im hebräischen Urtext im Singular steht („Lippe“) und keine Ansammlung vieler Sprachen bezeichnet. Die Übersetzung „reine Sprache“ kann deshalb leicht so missverstanden werden, als würde jeder den Namen des HERRN auf reine Weise in seiner eigenen Sprache anrufen.
Tatsächlich liegt die Bedeutung jedoch näher bei „einer reinen, klaren Sprache“. Dies steht im Gegensatz zur Sprachverwirrung beim Turmbau zu Babel und erinnert zugleich an die ursprüngliche Einheit der Sprache in der Genesis. Dieses Mal rufen die Gläubigen jedoch den Namen Gottes an, anstatt sich selbst einen Namen zu machen (1. Mose 11,4).
2. Sauber gegenüber rein
Das ursprüngliche Wort „pure“ mit „rein“ oder „klar“ wiederzugeben, scheint dem Sinn näherzukommen, denn hier bezeichnet die Reinheit der Sprache eine Sprache, die nicht verändert, verdreht oder vermischt worden ist, und nicht eine abstrakte moralische „Sauberkeit“.
Dies bildet einen deutlichen Gegensatz zu den „unreinen Lippen“ in Jesaja 6,5. Dort wird moralische oder geistliche Unreinheit beschrieben, nicht die Richtigkeit oder Einheit einer Sprache.
Die Veränderung des heiligen Namens YESU
1. Bewahrung der Aussprache vom Griechischen zum Lateinischen
Der Name des Herrn YESU wurde aus dem Griechischen ins Lateinische als Iesus übertragen. Seine Aussprache wurde bei der Verbreitung um die Zeitwende in verschiedenen Regionen getreu bewahrt. Das chinesische „耶穌“ (YESU) liegt beispielsweise noch nahe am ursprünglichen Klang; im Englischen entfernte sich die Aussprache von JESUS jedoch durch die veränderte Aussprache des Buchstabens J allmählich davon.
2. Veränderungen in der geschichtlichen Entwicklung
In der King-James-Bibel von 1628 wurde der Name noch Iesus geschrieben und seine ursprüngliche Aussprache bewahrt. Mit späteren lautlichen Veränderungen entwickelte sich die englische Aussprache von JESUS ungefähr 200 Jahre danach zu ihrer heutigen Form.
Der Abschnitt führt aus, dass eine veränderte Aussprache auch die Bedeutung eines Eigennamens verändern kann. Als Beispiel wird angeführt, dass Gott den Namen Abram in Abraham änderte; dadurch wird die Bedeutung einer genauen Aussprache betont.
3. Die Verkündigungsweise der Jünger
Als die Jünger den heiligen Namen des Herrn YESU verkündigten, taten sie dies sehr wahrscheinlich durch getreue mündliche Weitergabe. Gläubige vor Ort mögen den Namen mit den Lauten ihrer eigenen Sprache ausgesprochen haben, bemühten sich aber, die Aussprache nahe bei „YESU“ zu bewahren. Im Lauf der Zeit nahm die Wertschätzung des heiligen Namens ab, wodurch in verschiedenen Sprachen Abweichungen entstanden.
Dies ist ein geschichtliches und kulturelles Phänomen; der vorliegende Text betrachtet es jedoch als Ergebnis einer Veränderung, die nicht dem Willen Gottes entspricht.
Die Prophezeiung und Wiederherstellung im Buch Zefanja
1. Die Prophezeiung von der Wiederherstellung einer reinen Sprache
Zefanja 3,9 sagt, dass die Völker in der letzten Zeit den Namen des HERRN mit einer reinen Sprache anrufen werden. Dies greift die Sprachverwirrung von Babel auf und weist zugleich auf eine Wiederherstellung im messianischen Zeitalter hin. Nach dieser Auslegung ist die Wiederherstellung ein wichtiges Thema des Buches Zefanja: Gott wird die Sprache der Völker verändern und wiederherstellen, sodass sie seinen Namen mit einer einheitlichen und reinen Sprache anrufen.
2. „Wiederherstellung“ und „Zulassen“
Hier wird erklärt, dass die heutige Aussprache des Namens YESU in vielen Sprachen vom ursprünglichen Klang abweicht. Dies sei nicht Gottes Wille, sondern etwas, das Gott zugelassen habe. Die Prophezeiung Zefanjas kündigt jedoch eine endgültige Wiederherstellung an: Alle Völker werden zur richtigen Anrufung des heiligen Namens Gottes zurückkehren.
Zusammenfassender Kommentar
Diese Auslegung untersucht eingehend Sprache, den heiligen Namen und die Genauigkeit der Übersetzung, besonders in ihrer Anwendung auf Zefanja 3,9, und hebt die Bedeutung sprachlicher Reinheit und Einheit hervor. Ob heutige Gläubige sprachlich zur ursprünglichen Aussprache zurückkehren sollten, bleibt eine theologische und kulturelle Frage, die weiterer Erörterung wert ist. Der Text bietet jedoch eine anregende Perspektive und erinnert daran, die Ehrfurcht vor dem heiligen Namen und die Wahrhaftigkeit der Sprache wieder ernst zu nehmen.

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